BDS Standardprogramm · Wurfscheibe · WS 4703/4704

Parcours

Jagdlich geprägtes Wurfscheibenschießen über mehrere Stationen mit wechselnden, unbekannten Flugbahnen — Einzelscheiben, Doubletten und „Rollhase" simulieren realistische Jagdsituationen.

VerbandBDS
BereichStandardprogramm WS
WaffenartFlinte, Kaliber ≤ 12
Entfernungvariabel je Station
CharakterJagdlich (statisch, variabel)
ZielmediumWurfscheibe / Rollhase

Kennziffern & Varianten

Nach SHB WS 3.5.

KennzifferDisziplinWaffeRiemen
4703ParcoursQuer-/Bockdoppelflinte, Halbautomat, Repetierflintenicht erlaubt
4704Parcours – Vorderschaftrepetierflintenur Vorderschaftrepetier-Modellenicht erlaubt

Disziplinablauf

VorbereitungMehrere Schießstände entlang eines Geländeparcours, Anzahl Stationen/Scheiben je Wettkampfausschreibung. Anschlag nach ISSF/FITASC-Standard: höchster Punkt des Schaftes muss unterhalb einer Markierungslinie 25 cm unter der Schulterachse bleiben, beide Füße innerhalb der Standbegrenzung, Flinte darf erst beim Erscheinen der Scheibe hochgenommen werden.
ProbeschüsseIm WS-Text für den Wettkampftag nicht gesondert geregelt; jede Station wird den Schützen einmal als Übung gezeigt.
WertungAnzahl der zu beschießenden Scheiben wird in der Ausschreibung festgelegt — bei Meisterschaften typischerweise 100 oder mehr Scheiben über mehrere Stationen.
Zeitlimit30 Sekunden Vorlaufzeit pro Schütze (analog Skeet).
Kommandos
Stände einnehmen Schützen bereit? Feuer frei „Pull"/Abruf je Station
NachladenMax. 2 Patronen geladen. Bei Doubletten ist die Reihenfolge der zwei Scheiben dem Schützen freigestellt (anders als bei Skeet).
Ende der SerieDrei Scheibenkategorien: Einzelwurfscheibe, Doublette (auf Schuss / simultan / Rafale) und Rollhase (bewegliches Bodenziel). Bei „No Bird" (Maschinenfehler, beschädigte Scheibe) wird wiederholt.

Zielmedium

Rollhase
Mehrere Stationen entlang eines Geländeparcours, variable Flugbahnen/Höhen
ScheibentypWurfscheibe (Tontaube) in verschiedenen Größen/Geschwindigkeiten, zusätzlich der „Rollhase" als bewegliches Bodenziel.
Anzahl ZieleJe Ausschreibung, typischerweise 25–100+ über mehrere Stationen.
EntfernungVariiert je Station und Gelände, bewusst unterschiedliche Höhen/Richtungen/Geschwindigkeiten.
WertungszonenKeine Ringe — binär: getroffen oder verfehlt.
BesonderheitenJagdliche Simulation: Sicht- und Anschlagsbeschränkung bis zum Erscheinen der Scheibe macht Parcours anspruchsvoller als Skeet/Trap mit bekannter Flugbahn.

Waffenkategorie

WaffeQuerflinte, Bockdoppelflinte, halbautomatische Flinte, Repetier- bzw. (4704) ausschließlich Vorderschaft-Repetierflinte.
Kaliber12 und kleiner, Mindestkaliber 20/70.
VisierungOffen, keine Optik.
AbzugIm WS-Text nicht gesondert geregelt.
Magazine/TrommelMax. 2 Patronen geladen.
HolsterNicht relevant.
SonstigesVollschaft erforderlich, kein Riemen, Schrotladung max. 28,5 g, Schrotdurchmesser max. 2,6 mm.

Wertung

Wertungsart: Trefferquote (getroffene von beworfenen Scheiben/Zielen).
Maximalergebnis: Abhängig von der in der Ausschreibung festgelegten Gesamtzahl Scheiben.
Strafwerte: Max. 2 anerkannte Waffen-/Munitionsstörungen, danach Disqualifikation; Anschlagsfehler (Schaft zu früh angesetzt) führen zu Null-Wertung der Scheibe.
Gleichstand: Rückwärtsvergleich der Wertungsserien; bei Treffergleichheit Stechen auf vom Hauptrichter bestimmtem Stand.
Typische Fehler: Schaft zu früh über die Markierungslinie angesetzt, falsche Erwartungshaltung bei unbekannter Flugbahn, Rollhase unterschätzt (wirkt schneller als gedacht).

Gut zu wissen

Parcours ist die anspruchsvollste der drei Wurfscheibendisziplinen, weil die Flugbahn jeder Scheibe anders sein kann — ideal für Schützen, die Trap und Skeet schon sicher beherrschen.